Schielen – Symptome und Auswirkungen

Schielen – Symptome und Auswirkungen

Das menschliche Auge besitzt vier gerade und zwei schräge Augenmuskeln, die durch drei Hirnnerven gesteuert werden. Darüber hinaus gibt es ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Leitungsbahnen im Gehirn. Kleinste Störungen innerhalb dieses Systems können sich daher sehr schnell auf die Augenstellung auswirken.

Auch beim Schielen ist der normale Sehvorgang gestört, wobei das Ausmaß sehr variieren kann. Normalerweise sehen die Augen in die gleiche Richtung. Beim Schielen hingegen weicht die Blickrichtung eines Auges von demjenigen des anderen deutlich ab, sodass unterschiedliche Bildinformationen an das Gehirn weitergeleitet werden. Um störende Doppelbilder zu vermeiden, wird der Seheindruck des schwächeren Auges häufig vom Gehirn unterdrückt. Hält der Zustand längere Zeit an, kann sich als Folge daraus eine Amblyopie entwickeln.

Für eine normale Entwicklung ist es notwendig, dass die aktive Beteiligung der beiden Augen am Sehprozess sich in etwa ausgleicht. Aus diesem Grund tritt beim beidäugigen (alternierenden) Schielen seltener eine Amblyopie auf als bei einem einseitigen (monolateralen) Schielen. Da es kein dominierendes Führungsauge gibt, wechseln sich beide Augen beim Sehen jeweils ab. Dieses Prinzip nutzt auch die Okklusionsbehandlung.

Je nach dem Zeitpunkt des Auftretens werden ein angeborenes (2. bis 6. Lebensmonat), ein erworbenes (1. bis 3. Lebensjahr) sowie ein sogenanntes Spätschielen (ab dem 3. Lebensjahr) unterschieden.

Da nicht alle Schielstellungen äußerlich auffällig sind, sollten Eltern auf weitere Auffälligkeiten ihrer Kinder achten. Einige Hinweise, die auf Schielen hinweisen können, sind etwa:

  • Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen oder Leseunlust
  • Lichtempfindlichkeit, Lidentzündungen, Augentränen oder Augenzittern
  • Ungeschicklichkeit beim Bewegen und Zugreifen

 

Amblyopie ist eine Begleiterscheinung anderer Augenerkrankungen. Zu den häufigsten Ursachen gehört das Schielen (Strabismus). Etwa 60 bis 70% aller schielenden Kinder leiden unter funktioneller Schwachsichtigkeit, während nur etwa 2% der nicht schielenden Kinder davon betroffen sind.

Als Schielen bezeichnet man eine andauernde oder immer wiederkehrende Fehlstellung eines Auges (monolaterales Schielen) oder beider Augen (alternierendes Schielen). Das Schielen kann auffällig oder kaum sichtbar sein. Dabei kann das Auge in jede Richtung, also nach innen, außen, unten oder oben, verrollend sowie kombiniert abweichen.

Schielen kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Kleinkinder weisen bis zum zweiten oder dritten Lebensmonat sehr häufig Schielstellungen auf, da sie das Sehen, insbesondere die gezielte Fixation eines Objektes, erst erlernen müssen. Wenn die Fehlstellung jedoch darüber hinaus anhält, führt sie nicht selten zu einer Amblyopie. Während offensichtliches Schielen meistens rechtzeitig erkannt wird, besteht ein erhöhtes Risiko vor allem bei kaum auffälligen Ausprägungen.

Der Mensch nimmt etwa 80% aller Informationen mit den Augen auf! Sehstörungen beeinflussen daher, gerade bei Kindern, die gesamte Entwicklung. Um Spätfolgen zu vermeiden, sollten alle Kinder frühzeitig an Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt teilnehmen.

Vorsorgeuntersuchung

Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt sollten bei allen Kindern durchgeführt werden.

 

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Amblyopie-Admin