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Amblyopie-Typen

Für die Entstehung einer Amblyopie können sehr unterschiedliche Ursachen ausschlaggebend sein. In diesem Sinne bietet das eine Möglichkeit, Amblyopien in verschiedene Typen zu klassifizieren, deren Einteilung sich an den Ursachen und der Ätiologie einer Amblyopie orientiert. Dies ist bspw. bei folgender Einteilung der Fall:

  • Stimulus-Deprivations-Amblyopie
  • Suppressions-Amblyopie
  • Refraktions-Amblyopie

Eine Stimulus-Deprivations-Amblyopie geht von einem deutlich geminderten oder fehlenden visuellen Reiz aus, der in der Folge zu einer Inaktivität des Auges führt. Die Deprivation kann von organischen Beeinträchtigungen des Sehapparats, wie z.B. einer Trübung der Hornhaut, des Glaskörpers oder der Linse, oder auch einer Lidanomalie herrühren.
Eine Suppressions-Amblyopie geht wiederum von einem funktionellen Gesichtsfeldausfall aus, der durch einseitige Schielerkrankungen hervorgerufen wird. Darum wird in diesem Fall auch von einer Schiel-Amblyopie gesprochen. Schiel-Amblyopien machen beinahe die Hälfte aller auftretenden Amblyopie-Fälle aus.
Eine Refraktions-Amblyopie hingegen ist die Folge einer beidseitigen Fehlsichtigkeit oder von sehr voneinander abweichenden Brechungsverhältnissen, meist bedingt durch die Beschaffenheit der Hornhaut und Linse beider Augen. Daraus resultiert eine sehr unterschiedliche visuelle Stimulierung beider Augen in Bezug auf die Qualität des optischen Reizes, wobei das höher fehlsichtige Auge eine Amblyopie ausbilden kann.

Diese Einteilung in Amblyopie-Typen geht jedoch von der Reinform der jeweiligen Amblyopie aus. In der Praxis treten jedoch weitaus häufiger Mischformen auf, was nicht zuletzt darin begründet ist, dass eine Abgrenzung der für eine Amblyopie relevanten Kausalitäten nicht immer eindeutig möglich ist. Für eine Feststellung des Amblyopie-Typs ist in jedem Fall eine Klärung der Ursachen notwendig. Das ist insbesondere bei den Mischformen aber oft sehr schwierig.
Es gibt jedoch auch den Ansatz, Amblyopien nach dem Grad der Ausprägung zu unterteilen. Hier wird die vorhandene Sehschärfe auf dem betroffenen Auge als Indikator genutzt.

Eine Sehschärfe zwischen 0,4 und 0,8 auf der Visusstufenskala wird als Leichte Amblyopie, eine Sehschärfe von 0,1 bis 0,3 als Mittelgradige Amblyopie und eine Sehschärfe unter 0,1 als Hochgradige Amblyopie diagnostiziert.Eine andere sehr ähnliche Einteilung spricht wiederum von einer Schweren und einer Moderaten Amblyopie.

Diese Art der Klassifizierungen ist insofern sinnvoll, da die Ausprägung der Amblyopie oft ausschlaggebend dafür ist, mit welchem Therapieansatz eine Amblyopie-Behandlung begonnen wird.